Hören und Verstehen

Die Verschlechterung des Hörvermögens ist in den meisten Fällen ein schleichender Prozess. Beeinträchtigt der beginnende Hörverlust uns nicht im Alltag, nehmen wir ihn vorerst auch nicht bewusst wahr.

Verschlechtert sich das Gehör aber weiter und entwickelt sich zu einem leichten bis mittleren Hörverlust, geht oft zuerst das Hörvermögen für hohe Töne verloren. Dies macht sich als Erstes bei den im oberen Bereich der Lautstärke liegenden Konsonanten wie s, sch, f, g, t, p, h und z bemerkbar, wodurch das Wahrnehmen von Geräuschen und Verstehen von Sprache erschwert wird.
Bei Stimmengewirr oder Hintergrundgeräuschen fehlen die hohen Konsonanten. Wörter können in Verbindung des ganzen Satzes erkannt werden, fehlt dieser aber oder verschlechtert sich das Hörvermögen weiter, kann der Automatismus des Gehirns die Wörter nicht mehr sinnvoll ergänzen. Aus Tasse wird Tasche, aus Sachen-Lachen, Baum-Traum, heiß-Eis, Sonne-Tonne usw.

Sie hören, aber verstehen schlecht…

Nach und nach kann sich der Hörverlust auf die mittleren und tiefen Töne ausweiten. Geräusche wie das Brummen des Kühlschrankes, das Ticken der Wanduhr oder das Rascheln der Zeitung beim Umblättern der Seiten werden bei zunehmender Verschlechterung immer leiser und letztendlich gar nicht mehr gehört  – eine unbemerkte `Stille` tritt ein.

Das Hörzentrum unseres Gehirns verlernt diese Signale zuzuordnen, nicht mehr gehörte Geräusche werden vergessen. Wird das Hörvermögen mit Hörgeräten wieder hergestellt, muss das Hören der Geräusche und Signale wieder erlernt werden.  Hier kann ein Hörtraining bei regelmäßigem Training das Richtungshören und das zuordnen von Tönen und Signalen verbessern.
Bleibt das Gehör zu lange unversorgt, kann der Verlust von Sprache mit Hörgeräten in manchen Fällen nicht vollständig wiederhergestellt werden. Sie hören, aber verstehen schlecht. 

Auswirkung eines Hörverlustes auf das Sprachverstehen

Sprachbanane